Der richtige Reifendruck laut Herstellerangaben, garantiert nicht immer auch eine optimale Reifentemperatur. Messungen auf kurvigen Landstraßen ergaben eine Temperatur von rund 45 Grad vorn und 55 Grad am Hinterreifen - zu wenig für einen Luftdruck von um die 2,0 bar.
"Die Haftung eines Reifens ist wie die Sohle eines Schuhs. Auf glattem Eis bietet auch der beste Schuh kaum Halt. Ebenso verhält es sich mit einem kalten Reifen auf nasser Straße. Erst bei der richtigen Temperatur kann der Reifen seine volle Haftungskraft entfalten und uns sicher durch den Verkehr bringen. Wird er jedoch zu heiß, droht er zu 'schmelzen' und den Grip zu verlieren."
Die optimale Betriebstemperatur eines Motorradreifens ist ein entscheidender Faktor für seine Performance und Sicherheit. Dieser spezifische Temperaturbereich, in dem die Gummimischung ihre maximale Elastizität und Haftung erreicht, variiert je nach Reifenkonstruktion und Einsatzgebiet. Während Sportreifen oft höhere Temperaturen benötigen, um ihre volle Potenz zu entfalten, sind Touringreifen in der Regel bereits bei niedrigeren Temperaturen einsatzbereit. Eine genaue Kenntnis der vom Hersteller empfohlenen Betriebstemperatur ist daher unerlässlich, um die maximale Lebensdauer und Performance des Reifens zu gewährleisten.
Die MOTORRAD-Empfehlung für flotten Landstraßenbetrieb bei Sportmaschinen bis etwa 215 Kilogramm vollgetankt: 2,3 bar vorn und 2,3 bis 2,5 bar hinten. Aber Achtung: Für lange Autobahn-Etappen sollte man in jedem Fall die Herstellerangaben unbedingt einhalten, weil sich sonst der Verschleiß erhöht und sich möglicherweise Blasen am Laufflächengummi bilden.
Wird bei Rennreifen die hohe Reifentemperatur (etwa 55 Grad vorn und 70 bis 80 Grad hinten) und damit der Druckanstieg nicht erreicht, fahren sich die Pneus mit dem für die Rennstrecke eingesetzten Luftdruck eventuell unhandlich und mit schlechter Lenkpräzision. Lediglich reine Rennreifen mit steifer Karkasskonstruktion sind für einen Druck von 1,8 bis 2,0 bar konstruiert, während Straßenreifen bedingt durch die notwendige höhere Traglast auf 2,3 bis 2,9 bar ausgelegt werden.
Um von Rennbeginn an die richtige Reifentemperatur zu haben, was Vorraussetztung für perfekten Gripp und somit optimale Rundenzeiten ist, benutzen alle Rennfahrer Reifenwärmer. Darüber hinaus verschleißen vorgewärmte Reifen erheblich langsamer und gleichmäßiger.
Die Zeitschrift PS hat die Reifenwärmer der gängigsten Hersteller in der Ausgabe 5/2004 getestet.
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